Vom Handwerksbetrieb zur Marke: Die Neuausrichtung der Gruppe Herold
Ein Familienbetrieb mit 62 Beschäftigten baut sein Geschäft um: weniger Gewerke, klarere Zielgruppe, eigene Ausbildung. Die Bilanz nach 24 Monaten.

Die kurze Antwort
Die Gruppe Herold hat ihr Leistungsspektrum von elf auf vier Gewerke reduziert, den Vertrieb auf Bestandsimmobilien gewerblicher Eigentümer ausgerichtet und eine eigene Ausbildungsschiene aufgebaut. Der Umsatz sank im ersten Jahr um neun Prozent und lag nach 24 Monaten 17 Prozent über dem Ausgangswert.
Das Wichtigste in Kürze
- Elf Gewerke wurden auf vier reduziert.
- Umsatzrückgang im Übergangsjahr: neun Prozent.
- Nach 24 Monaten lag der Umsatz 17 Prozent über dem Ausgangswert.
- Die eigene Ausbildungsschiene deckt heute zwei Drittel des Personalbedarfs.
Ausgangslage: viel Arbeit, wenig Marge
2024 arbeitete die Gruppe Herold mit 62 Beschäftigten in elf Gewerken und einer Umsatzrendite von 2,8 Prozent. Die Geschäftsführung hatte den Eindruck, jeder Auftrag sei ein Einzelfall. Die Auswertung bestätigte das: 71 Prozent der Aufträge kamen von Kunden, die im Vorjahr nicht in den Büchern standen.
Der Schnitt
Vier Gewerke blieben, sieben wurden eingestellt oder an Partnerbetriebe abgegeben. Zielgruppe sind seither gewerbliche Eigentümer von Bestandsimmobilien mit mehr als 20 Einheiten. Dafür wurde ein Wartungsvertrag entwickelt, der planbare Grundumsätze sichert.
Im ersten Jahr sank der Umsatz um neun Prozent, zwei Führungskräfte verließen den Betrieb. Die Geschäftsführung hielt die Entscheidung trotzdem durch, weil die Liquiditätsplanung diesen Rückgang vorgesehen hatte.
Zwei Jahre später
Im Sommer 2026 liegt der Umsatz 17 Prozent über dem Ausgangswert, die Umsatzrendite bei 6,1 Prozent. 44 Prozent des Volumens stammen aus Wartungsverträgen. Die eigene Ausbildungsschiene mit acht Plätzen pro Jahrgang deckt inzwischen zwei Drittel des Personalbedarfs.
Die Geschäftsführung nennt zwei Fehler: Die Partnerbetriebe für die abgegebenen Gewerke wurden zu spät ausgewählt, und die Belegschaft erfuhr von der Neuausrichtung erst nach der Entscheidung. Beides habe unnötig Vertrauen gekostet.






