Zahlungsziele verkürzen: Liquidität ohne neuen Kredit
Zwischen Leistung und Zahlungseingang liegen in vielen Betrieben mehr als 50 Tage. Vier Hebel, die ohne Bankgespräch funktionieren.
Die kurze Antwort
Liquidität lässt sich ohne zusätzlichen Kredit gewinnen, indem Rechnungen taggleich gestellt, Abschlagszahlungen vereinbart, Zahlungsziele vertraglich verkürzt und Mahnläufe automatisiert werden. In der Praxis sinkt die Außenstandsdauer damit um zehn bis 20 Tage.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Rechnungsstellung am Leistungstag bringt den größten Einzeleffekt.
- Abschlagszahlungen sind auch im Dienstleistungsgeschäft üblich.
- Skonto lohnt nur bei belegbarer Kapitalbindung.
- Ein fester Mahnlauf ersetzt unangenehme Einzelentscheidungen.
Der größte Verlust entsteht im eigenen Haus
In den ausgewerteten Betrieben vergingen im Schnitt elf Tage zwischen Leistungserbringung und Rechnungsstellung. Diese Zeit kostet nichts als Organisation. Wer die Rechnung am Tag der Leistung erstellt, verkürzt die Außenstandsdauer sofort um diese elf Tage, ohne mit einem einzigen Kunden zu verhandeln.
Abschläge und verkürzte Ziele
Bei Projekten über vier Wochen Laufzeit sind Abschlagszahlungen Standard und werden von gewerblichen Kunden selten abgelehnt, wenn sie vertraglich von Anfang an vorgesehen sind. Neue Rahmenverträge sollten 14 Tage netto vorsehen, nicht 30.
Skonto ist teuer: Drei Prozent bei zehn statt 30 Tagen entsprechen einem Jahreszins von über 50 Prozent. Das lohnt sich nur, wenn die Alternative ein tatsächlich in Anspruch genommener Kontokorrentkredit ist.
Mahnen ohne Beziehungsschaden
Ein fester Ablauf nimmt dem Mahnen das Persönliche: freundliche Erinnerung nach drei Tagen, schriftliche Mahnung nach zehn, Anruf der Geschäftsführung nach 20. Weil der Ablauf für alle gilt, muss niemand im Einzelfall entscheiden, ob ein Kunde verärgert werden darf.





